| | | | | vom 28.11.2005BMW HP2 Konzept |  Ein Traum vieler Boxer-Fans geht in Erfüllung: BMW Motorrad stellt eine kompromisslos sportliche und ungewöhnlich leichte Enduro vor. | | | |  Futuristisch, aber dennoch edel und ausgestattet mit feinen, wohl durchdachten Details ist die HP2 perfekt gerüstet für vollendeten Fahrspaß im Gelände und als Basisgerät auch für denEnduro-Amateursport geeignet. Die HP2 ist das Motorrad, das im Gelände die Vorzüge des Boxer-Konzeptes mit seinem niedrigen Schwerpunkt wie kein anderes Fahrzeug voll zur Geltung bringt. Doch auch auf der Straße bietet die HP2
durch ihre spielerische Handlichkeit, das geringe Gewicht und den leistungsstarken Motor grenzenloses Fahrvergnügen. Gemessen an den Möglichkeiten, die sie dem Fahrer bietet, ist die HP2 der leistungsfähigste
und mit Abstand beste Offroad-Boxer aller Zeiten.
Ein
eingeschworenes Spezialistenteam aus Ingenieuren und Mechanikern, deren
Herz für den Boxer schlägt und die sich auch privat dem Geländesport
verschrieben haben, hat dieses neue Modell bei BMW Motorrad außerhalb
der üblichen Serienabläufe nach der Devise "von begeisterten Profis für
begeisterte Profis" entwickelt.
Die
BMW HP2 baut technisch auf der R 1200 GS auf. Bis ins Detail
maßgeschneidert für die Bedürfnisse des ambitionierten Endurofahrers
ist die HP2 aber ein völlig eigenständiges und absolut
außergewöhnliches Motorrad. Das komplett neue Leichtbau-Fahrwerk
basiert auf den Erfahrungen der Marathon -Rallyes. Als Weltneuheit und
Innovation kommt ein Luft-Feder-Dämpfersystem für das Hinterrad zum
Einsatz. Der Motor ist gewichtserleichtert und der gesamte
Antriebsstrang speziell für den Offroad-Betrieb ausgelegt.
Bei
allen Bauteilen wurde auf konsequenten Leichtbau geachtet. Damit gelang
es, das Gewicht des fahrfertigen Motorrades unter die "Schallmauer" von
200 Kilogramm zu drücken (Leergewicht nach DIN 195 kg).
Das Trockengewicht liegt bei 175 Kilogramm.
Im Zusammenspiel mit einer perfekten ergonomischen Auslegung sind somit
Wendigkeit und leichte Beherrschbarkeit auch im schweren Gelände
garantiert. Gepaart mit dem niedrigen Schwerpunkt des Boxermotors,
seinem unerreicht gleichmäßigen
Durchzug
aus niedrigsten Drehzahlen und der ausgezeichneten Balance ist dieses
Motorrad in kniffligen, langsamen "Trial"-Sektionen oft selbst der
einzylindrigen Konkurrenz überlegen. Die Leistungsfähigkeit und
Fahrstabilität in schnellen Geländepassagen steht bei einer
Boxer-Enduro ohnehin außer Zweifel.
Zur
Untermauerung der sportlichen Enduro-Qualitäten unterstützt und betreut
BMW Motorrad ein privates Rennteam, das die HP2 in verschiedenen
Enduro-Sportveranstaltungen einsetzen wird, so zum Beispiel in der
German Cross-Country-Meisterschaft (GCC). Als Fahrer für die GCC wurde
der letztjährige Sieger dieser Serie, der Finne Simo Kirssi,
verpflichtet. International sind der Start der HP2 bei der Baja 500 und
der Baja 1000 in Kalifornien sowie die Teilnahme am Prolog des
Erzbergrennens in Österreich geplant. BMW Motorrad unterstützt die
entsprechenden Privatteams mit Serviceleistungen und stellt die
Motorräder zur Verfügung.
Die Markteinführung der HP2 ist weltweit für den Herbst 2005 vorgesehen.
|  Ein neuer Markenname und eine neue Modellbezeichnung: „HP“ ist das Kürzel für „High Performance“. Die „2“ in der Modellbezeichnung dieser sportlichen Enduro kennzeichnet den Zweizylinder-Boxermotor. Der Begriff „Highperformance“ oder „Hochleistung“ steht sinnbildlich für den sportlichen
Leistungsgedanken, die Leistungsfähigkeit des gesamten Fahrzeugs und
nicht nur einseitig für eine höhere Motorleistung. „High Performance“ –
das ist die gekonnte Abstimmung aller Einzelkomponenten im Hinblick auf
ein überzeugendes Ganzes, das mehr darstellt als die Summe einzelner
Faktoren. Es ist das Synonym für eine durchdachte Gesamtkonzeption und
Perfektion bis ins Detail, für überlegene Fahreigenschaften und puren,
ungetrübten Fahrspaß. HP steht natürlich auch für das Prestige, das mit einem besonders hochwertigen Fahrzeug verbunden ist.
Die
HP2 ist die erste Vertreterin einer neuen, eigenständigen
Motorrad-kategorie von BMW. Dabei stehen Boxer-Modelle im Fokus.
HP-Motorräder nutzen die technische Basis von Serienfahrzeugen,
differenzieren sich aber klar durch eine kompromisslose Auslegung auf
ihren jeweiligen Einsatzzweck, durch ihre deutliche und sehr
konsequente Sportorientierung und exklusive Produktfeatures.
Diese
besonderen Motorräder werden jenseits der üblichen Strukturen, so wie
sie für die größere Serie sinnvoll sind, in kleinen Teams von Profis
mit Leidenschaft entwickelt. Die spezielle Teamstruktur mit sehr
effizienten Abläufen garantiert, dass die langjährige Erfahrung der
Entwickler, ihr Gespür für das Wesentliche, ihr persönliches Know-how
und ihr „Feeling“ ungefiltert
in das Produkt einfließen. Zugleich bedienen sich diese Ingenieure aber
der modernsten Entwicklungs- und Simulationswerkzeuge sowie aller
technischen Möglichkeiten, die BMW insgesamt zu bieten hat.
Diese Symbiose aus Hightech und handwerklichem Gespür ist es, die den einzigartigen Reiz der HP-Motorräder ausmacht. High-Performance-Motorräder von BMW sind daher etwas ganz Besonderes, sie sind exklusiv und authentisch und werden vergleichsweise rar bleiben. Die
Preisstellung resultiert aus den herausragenden Gesamteigenschaften,
der wesentlich höheren Produktsubstanz und den vergleichsweise
niedrigen Stückzahlen. Speziell
auf die fahrerischen Ansprüche der Kunden und die Fähigkeiten der HP2
abgestimmte, exklusive Trainingsangebote und faszinierende
Offroad-Reisen sind in Vorbereitung und werden die Angebote rund um das
neue High-Performance-Konzept schrittweise ergänzen. | | Technisch stammt die HP2
von der R 1200 GS ab. Bis auf den Motor und das Bordnetz wurden
nahezu alle Komponenten jedoch neu entwickelt oder zumindest weitgehend
modifiziert. Gewichtsersparnis sowie die perfekte und kompromisslose Auslegung
auf die Erfordernisse des Offroad-Fahrens standen für die Entwickler ganz vorne
im Lastenheft.
Reizvoll, aber wegen des
extrem breiten Einsatzspektrums auch sehr aufwändig gestaltete sich die
Erprobung der HP2. Vom härtesten Endurobetrieb bis zum Dauervollgas auf der
Autobahn, von frostiger Kälte bis hin zu Extremtemperaturen, wie sie in der
Wüste auftreten, muss dieses Fahrzeug zuverlässig und dauerhaft
Einsatzbedingungen standhalten können, mit denen wohl kaum ein anderes Motorrad
in dieser Kombination konfrontiert wird. Entsprechend umfangreich und intensiv
war das Versuchsprogramm,
das neben etlichen Prüfstandstests auch Erprobungen in heißen und kalten
Ländern sowie Offroad-Extremtests auf BMW Testgeländen umfasste.
Die Teilnahme am Wüstenrennen „Baja California“ unter der Regie von
Jimmy Lewis war ebenso Teil der Gesamtfahrzeug- und Komponentenerprobung wie
Dauerprüfungen bei Hochgeschwindigkeit auf der Autobahn und auf Teststrecken.
Dauererprobungen im Gelände in Spanien und
in Südafrika und rundeten das Gesamtprogramm bis zur Erreichung der Serienreife
ab. | Das Fahrwerk der HP2 ist
eine komplette Neuentwicklung unter Verwendung ausgesucht hochwertiger
Komponenten. Die 25-jährige Enduro-Erfahrung von BMW Motorrad floss in die
Fahrwerkentwicklung ein. In der Geometrie und der Gesamtauslegung des Fahrwerks galt es, den Spagat
zwischen optimaler Straßeneignung mit hoher Spurstabilität für den
Autobahnbetrieb und exzellenten Offroad-Eigenschaften mit spielerischem
Handling und großer Wendigkeit zu meistern.
| Das Rahmenlayout basiert
auf den Erkenntnissen aus den Rennmotorrädern R 900 R, die von 1999
bis 2001 werksseitig bei der Rallye Dakar und anderen internationalen
Wüstenrennen zum Einsatz kamen. Es handelt sich um einen Gitterrohrrahmen aus
Stahl mit optimaler, sehr homogen verteilter Steifigkeit.
| Die Vorderradführung
übernimmt bei der HP2 eine Telegabel mit 270 Millimeter Federweg in
Upside-down-Bauweise. Federwege dieser Größe lassen sich mit einer
herkömmlichen Telelever-Konstruktion nicht mehr sinnvoll darstellen. Die Gabel
hat als Besonderheit eine wegabhängige Dämpfung; die Zug- und Druckstufe sind vielfach und getrennt
einstellbar. Ebenfalls einstellbar ist das hydraulische System, das
Durchschlagen verhindert. Das Besondere an diesem System ist – und das gibt es
so nur bei BMW Motorrad –, dass die Druckstufendämpfung weitgehend
unbeeinflusst von der Einstellung gegen das Durchschlagen bleibt. Diese kann
also auf „hart“ eingestellt sein kann, ohne dass dadurch die
Druckstufendämpfung im Hauptarbeitsbereich des Dämpfers wesentlich straffer
wird.
Mit einem
Standrohrdurchmesser von 45 Millimeter erreicht die Gabel
die notwendige Steifigkeit und gewährleistet zugleich einen maximalen
Lenkeinschlag. Die Standrohre tragen eine extrem widerstandsfähige Spezialbeschichtung,
die noch verschleißfester ist als die gebräuchlichen Oberflächen auf
Titannitrid-Basis.
Innovation
bei der Hinterradführung – das Luft-Feder-Dämpfersystem.
Für die Hinterradführung
setzen die Ingenieure weiterhin auf das Prinzip der BMW Paraleverschwinge, die
für die neue Boxer-Generation als Leichtbaukonstruktion vollständig neu
gestaltet wurde. Vom Wirkprinzip her kaum noch zu verbessern, wurde für die HP2
dennoch eine Neuauslegung verwirklicht. Der Paralever der HP2 ist
30 Millimeter länger als bei der GS.
Es handelt sich hier um eine Schweißkonstruktion aus hochfesten, geschmiedeten
Leichtmetallschalen, die auch den härtesten Anforderungen eines sportlichen
Endurobetriebs optimal gerecht wird. Äußeres
Kennzeichen der aufwändigen Neukonstruktion ist die magnesiumfarbene
Pulverbeschichtung, die den gesamten Antriebsstrang auszeichnet.
Beim Federbein setzt BMW
Motorrad erneut ein Zeichen und führt abermals eine hoch innovative Weltneuheit
im Motorrad-Fahrwerkbereich ein. Zusammen mit der deutschen Firma Continental
Automotive Systems wurde ein Feder-Dämpfersystem entwickelt, das ausschließlich
mit Luft arbeitet.
Dieses
Luft-Feder-Dämpfersystem ist mit knapp 2,3 Kilogramm rund 2 Kilogramm
leichter als konventionelle Konstruktionen, wobei der Grundaufbau und die
Arbeitsweise der Dämpfung grundsätzliche Analogien aufweisen. Auch beim
Luftfederbein fährt ein Kolben in einen Dämpfungsraum. Statt
Hydraulikflüssigkeit wird hier jedoch Luft verdrängt und durch Plattenventile in
eine zweite Kammer geleitet. Die Dämpfung wird durch Drosselung der Luftströmung erzielt. Da Luft sich zusammendrücken lässt
(Kompressibilität) kann die eingeschlossene Luft die Federung übernehmen und
die übliche Stahlfeder ersetzen.
Luft ist ein Medium mit
idealen Eigenschaften für ein Feder-Dämpfersystem und bietet zahlreiche
Vorteile:
• „Natürliche“ Progression der
Federrate bei hoher Belastung (Druck im System steigt).
• Hohe Durchschlagsicherheit (Gasgesetz, Druck
steigt mit der Temperatur).
• „Natürliche“ Progression der Dämpfung bei hoher
Beanspruchung (Viskosität von Luft steigt mit der Temperatur).
• Frequenzabhängige und selektive
Dämpfung mit „automatischer“ Anpassung an die Beladung.
• Resistenz gegen Überhitzung (kein
temperaturbedingtes Nachlassen der Dämpfung bei hoher Beanspruchung, zum
Beispiel auf Wellblechpisten).
• Einfache Möglichkeit zur Anpassung an den
Beladungszustand.
• Einfache Anpassung der Sitzhöhe.
Durch die anteilig
geringeren ungefederten Massen werden zudem das Ansprechverhalten der Federung
und die Traktion des Hinterrades verbessert.
Der konstruktive Aufbau
des Luftfederbeins zeigt drei hintereinander liegende Luftkammern, die durch
Luftkanäle in Verbindung stehen. Ein Aluminiumzylinder bildet die beiden
oberen Kammern, die durch einen Kolben voneinander getrennt werden. Durch die
Längsbewegung des Trennkolbens wird die eingeschlossene Luft komprimiert und
wirkt damit als Feder.
Zugleich strömt ein definiertes Luftvolumen über Plattenventile (Spaltdrossel)
in die jeweils andere Kammer und dämpft durch Drosselung die Radbewegung. Die
untere Luftkammer wird durch einen gasdichten Rollbalg aus Gummigewebe gebildet. Er ermöglicht die Hubbewegung und
dichtet das Federbein nach außen ab, so dass keine die Reibung erhöhende
Kolbenstangendichtung benötigt wird. Der Widerstand beim Abrollen des Gummibalges über einen
speziell geformten Konus ergänzt die Progression des Systems.
Nach außen ist das
Federbein geschlossen und luftdicht. Leckageverluste können durch Nachfüllen
von Luft über ein Ventil ausgeglichen werden.
Die Fülldruckvariation von außen erlaubt auch eine einfache Adaption der
Sitzhöhe durch Aufpumpen
oder Ablassen von Luft. Bei abgesenkter Sitzposition reduziert sich allerdings
der Einfederweg, so dass sich diese Einstellung eher für eine moderate
Fahrweise anbietet.
Die Anpassung an
unterschiedliche Beladungszustände erfolgt ebenfalls sehr einfach über den
Fülldruck. Ein feines Detail dazu: An einer kleinen „Libelle“ am Heckrahmen
lässt sich die Normallage des Motorrades ablesen, wodurch die Einstellung
erleichtert wird. Für das Aufpumpen unterwegs wird serienmäßig eine
Handhochdruckpumpe mit Manometer mitgeliefert, die selbstverständlich auch zum
Wiederaufpumpen der Reifen nach einer Luftdruckabsenkung im Gelände verwendet
werden kann.
Einzigartig ist beim
Luft-Feder-Dämpfersystem die Möglichkeit einer frequenzselektiven Dämpfung, die
durch eine gezielte Abstimmung des inneren Strömungssystems zusammen mit den
Spaltdrosseln verwirklicht wird. Ein damit erreichbarer wichtiger Effekt ist
die erheblich bessere
Traktion des Hinterrades auf welligem Untergrund. Die Dämpfung lässt sich in
den Frequenzbereichen der von Bodenunebenheiten angeregten Hinterradschwingung
gezielt so auslegen und anpassen, dass das Rad den Unebenheiten auf ideale
Weise folgt und optimalen Bodenkontakt behält.
Das ergibt besseren Vortrieb beim harten Beschleunigen und damit auch mehr
Fahrspaß und gleichzeitig mehr Sicherheit beim Bremsen.
Das Durchschlagen der
Federung, wie es bei lang gezogenen Bodenwellen und hoher Belastung häufig
auftritt, wird durch die „natürliche“ Federratenanpassung der Luftfeder
zusammen mit der frequenzselektiven Dämpfung ebenfalls weitgehend
ausgeschlossen.
Die Grundcharakteristik
der Dämpfung kann zusätzlich über ein Handrädchen, das eine Bypassbohrung im
Dämpfer freigibt, in zwei Stufen zwischen komfortorientierter
Straßeneinstellung und straffer Geländeeinstellung angepasst werden.
Am Rande sei angemerkt,
dass beim Durchfedern der HP2 „von Hand“ und im Stand ein irreführender
Eindruck von der Dämpfungswirkung entsteht, denn die resultierende Bewegung
entspricht in Geschwindigkeit und Frequenz nicht dem Fahrbetrieb.
Ein nicht unerheblicher
Vorteil des Systems liegt auch in der völligen Unempfindlichkeit des Federbeins
gegen jeglichen Schmutz aufgrund der geschlossenen Bauweise. Auch im feinsten
Wüstensand gibt es
deshalb keinen Verschleiß von Dichtungen und Führungen mehr.
| Kreuzspeichenräder für den Offroad-Einsatz im 21´ Format für vorn | [Zur Übersicht] | Entsprechend der
Offroad-Auslegung besitzt die HP2 Kreuzspeichenräder, die sich in allen Tests auch härtesten
Beanspruchungen gewachsen zeigten.
Für große Bodenfreiheit und optimale Führung hat das Vorderrad die Dimension 1,85´´ x 21. Hinten beträgt die Radgröße 2,5´´ x 17. Serienmäßig
werden schlauchlose Reifen aufgezogen. Unter der eingeführten Bezeichnung
„Karoo“ entwickelte die Firma Metzeler zusammen mit BMW Motorrad speziell für
die HP2 einen ganz neuen Hochleistungs-Geländereifen in den Dimensionen 90/90-21 vorn und 140/80-17 hinten, der den
hohen Anforderungen der Maschine sowie ihrem Leistungs- und
Geschwindigkeitspotenzial gewachsen ist.
Als Sonderzubehör gibt es
für den überwiegenden Geländeeinsatz Motocross-ähnliche Reifen mit einem hohen
Negativ-Profilanteil. Diese für die Straße zugelassenen Reifen sind ebenfalls
eine Gemeinschaftsentwicklung von BMW Motorrad und Metzeler speziell für die
BMW HP2.
Für den Geländebetrieb
können auch Reifen mit Schlauch und damit andere Profile verwendet werden. Das
Hinterrad ist serienmäßig mit einer zweiten Ventilbohrung versehen und damit
für die Verwendung von Reifenhaltern (Sonderzubehör) für das Fahren mit
abgesenktem Luftdruck vorbereitet.
Die zweite Ventilbohrung ist bei schlauchloser Bereifung mit einem zweiten
Reifenventil verschlossen.
Gewichtsoptimierte
Bremsen.
Die Bremsanlage der HP2
zeichnet sich durch erstklassige Bremswirkung
und feine Dosierbarkeit aus. Im Vorderrad kommt eine Einscheibenbremse mit
Schwimmsattel zum Einsatz. Die „semi-schwimmend“ gelagerte Bremsscheibe mit
305 Millimeter Durchmesser ist aus Gewichtsgründen nur 4,5 Millimeter
dick. Hinten arbeitet die Einscheiben-Festsattelbremse
aus der R 1200 GS mit einem Scheibendurchmesser von
265 Millimeter.
Die Bremsschläuche sind
nur vorne stahlummantelt. Für die Hinterradbremse wünscht man sich für eine
Enduro eher einen weicheren Druckpunkt,
deshalb wird hier bewusst ein konventioneller Gummi-Gewebe-Bremsschlauch
verwendet.
Zur
Markteinführung wird die HP2 ohne ABS angeboten.
| Bei der Gestaltung von
Tank, Sitzbank und Bedienelementen standen die ergonomischen Anforderungen des
Enduroeinsatzes, bei dem viel im Stehen gefahren wird, im Vordergrund.
Der Kraftstofftank der HP2
ist komplett neu, er ist in den Raum zwischen den oberen Rahmenrohren eingebettet.
Schlagzäher und halbtransparenter Kunststoff (hochvernetztes Polyethylen) ist
der optimale und leichte Werkstoff für den Kraftstoffbehälter, der von einem
leichten Kunststoffcover abgedeckt wird. Das Fassungsvermögen beträgt
13 Liter. Durch den Ausschnitt im Cover bleibt die Füllhöhe von außen sichtbar; der Inhalt kann durch
zwei Skalierungsstriche hinreichend genau abgeschätzt werden. Wird im Geländeeinsatz
aus Kanistern getankt, ist diese Ablesemöglichkeit von außen praktischer als
eine elektrische Anzeige. Diese würde zudem wegen ständiger Lageveränderung im
Geländebetrieb nur ungenau anzeigen. Eine Reserve-Warnlampe ist aber weiterhin
vorhanden.
Um eine optimale
Fahrzeugführung auch im Stehen zu gewährleisten,
wurde auf eine schlanke Rahmen- und Fahrzeugkontur im Übergangsbereich vom Tank
zur Sitzbank geachtet. Die zweifarbige Sitzbank ist besonders im vorderen
Bereich schmal geschnitten, und diese schmale Linie zieht sich bis in den
Tankbereich.
Die absolute geometrische
Sitzhöhe für den Fahrer beträgt 920 Millimeter (Schrittbogenlänge
1920 mm) und bei der auf Wunsch (Sonderzubehör) lieferbaren niedrigen
Sitzbank 900 Millimeter.
Die Lenkerbefestigung ist
eine intelligent durchdachte Konstruktion. Asymmetrisch gebohrte
Lenkerklemmböcke erlauben eine individuelle Position des breiten Lenkers in
zwei unterschiedlichen Stellungen.
Dreht man die Klemmböcke um 180 Grad, dann verschiebt sich die
Längsposition des Lenkers um 20 Millimeter. Der Lenker selbst besteht aus
Aluminium und ist zu den Enden hin konifiziert. Besonderes Augenmerk wurde auf
einen großen Lenkeinschlag gelegt. Er beträgt nach rechts und links je 42 Grad, was die Wendigkeit erhöht und eine
sichere Fahrzeugbeherrschung auch bei extremer Langsamfahrt ermöglicht.
Die Fußrasten aus rostfreiem
Edelstahl sind für einen sicheren Stand bei unterschiedlichsten Fußpositionen
breit ausgeführt. Der Clou in diesem Zusammenhang ist ein klappbares
Distanzstück am Fußbremshebel, mit dem sich die Position des Hebels zum Fuß
ohne Werkzeug rasch und einfach verändern lässt. Ob beim Fahren im Stehen oder
im Sitzen – der Bremshebel ist so in jeder Situation optimal erreichbar. Dieser
von BMW patentierte Mechanismus verändert übrigens nicht die Position des
Bremshebels zum Bremszylinder, so dass das notwendige und richtige
„Schnüffelspiel“ trotz der Verstellmöglichkeit erhalten bleibt.
| Das innovative Bordnetz
mit CAN-Bus-Technologie (Controller Area Network) wurde unverändert von der
R 1200 GS übernommen. Der geringe Kabelaufwand gegenüber
herkömmlichen Bordnetzen, der Entfall klassischer Schmelzsicherungen und die
volle Diagnosefähigkeit sind auch für den Enduroeinsatz vorteilhaft. Günstig ist auch das geringe Gewicht.
Die
integrierte elektronische Wegfahrsperre (EWS) ist serienmäßig und arbeitet auf
der Basis eines Austausches codierter und veränderlicher Daten zwischen
Fahrzeugschlüssel (Transponder) und Bordelektronik.
Diese Technik ist die derzeit beste und sicherste für eine Wegfahrsperre.
Das Instrumentenkombi
konzentriert sich ebenfalls auf das Wesentliche.
Es verzichtet auf einen Drehzahlmesser. Ein Tachometer und ein Info-Flatscreen
genügen den Ansprüchen des Geländefahrers. In der Technik entspricht es dem der
R 1200 GS. Als zusätzliche Anzeige sind die Betriebsstunden abrufbar,
wichtig für die Wechselinterwalle des Luftfilters bei überwiegendem
Offroad-Einsatz auf staubigen Pisten.
| Das Design der HP2 ist
extrem puristisch und orientiert sich an der Funktionalität der Bauteile. Die
Reduzierung auf das Wesentliche ist gerade auch im Karosseriebereich ein bewusst eingesetztes Stilelement. Nur
die Tankabdeckung und ein Teil des Kotflügels sind lackiert.
Kunststoffteile in
sturzgefährdeten Bereichen wie zum Beispiel die Tankseitenteile und der
Vorderradkotflügel bestehen aus durchgefärbtem, genarbten Kunststoff ohne
zusätzlichen Lackauftrag, so dass Kratzer
kaum sichtbar sind und nicht hervortreten. Die HP2 wird ausschließlich in der
Farbgebung Indigoblau-metallic/Alaskagrau angeboten.
Ein Beispiel für die hohe
Funktionalität ist die Scheinwerferhalterung.
Sie ist äußerst stabil ausgeführt und dient so zugleich als griffgünstig
platzierter Bergebügel. Auch im Heckbereich finden sich Griffmulden unter der
Sitzbank, die so angeordnet sind, dass sie vor vom Hinterrad aufgeworfenem
Schmutz wirkungsvoll geschützt sind.
Der Kennzeichenträger und
die Blinker sind für den Geländebetrieb
über fünf Schrauben problemlos demontierbar, die Kabel werden über eine
Steckverbindung abgetrennt.
| | Serienmäßig wird jede HP2
mit einem Paket mit zusätzlich schützenden Bauteilen zum nachträglichen Anbau
ausgeliefert. Dieses Schutzpaket umfasst:
• Handprotektoren, die durch ihre offene Bauweise
bei Stürzen die Verletzungsgefahr minimieren.
• Einen großflächigen
Kunststoff-Motorschutz, der sturzbedingte Beschädigungen im Bereich der
Zylinder und an den Drosselklappenstutzen vermindert.
• Eine durchsichtige
Kunststoffscheibe zur Montage vor dem Scheinwerfer, die die Zertrümmerung des
Scheinwerferglases durch aufgewirbelte Steine verhindern soll. Dieses Bauteil
ist für öffentliche Straßen nicht zugelassen.
• Einen Hinterachsschutz, der die
Gefahr einer Beschädigung des Hinterachsgetriebegehäuses beim Aufsetzen auf Steinen
reduziert.
• Einen so genannten „Brake-Snake“.
Dieses kleine Stahlseil im Bereich
des Fußbremshebels soll verhindern, dass sich Steine, Äste oder andere
Gegenstände zwischen Fußbremshebel und Motor klemmen und den Hebel verbiegen,
blockieren oder gar betätigen und damit eine ungewollte Bremsung auslösen.
Sonderausstattung
und Sonderzubehör.
Sonderausstattung ab Werk
wird zum Serienstart der HP2 nicht angeboten. Für weitere Individualisierung
gibt es aber ein umfangreiches Programm an Sonderzubehör, das nachträglich vom Kunden oder vom BMW Motorradhändler
montiert werden kann, so dass eine spätere Erweiterung der Ausstattung
jederzeit möglich ist.
Sonderzubehör.
• Niedrige Fahrersitzbank (Sitzhöhe 900 mm).
• Montageständer.
• Heizbare Handgriffe.
• Weiße Blinkergläser.
• Enduro-Hecktasche.
• Enduro-Tankrucksack.
• Prallschutz für den Lenker.
• Reifenhalter.
• Notlaufkit zur Abdichtung leckgeschlagener
Ventildeckel.
• Halter und Anschlusskabel für den BMW Motorrad
Navigator II.
• BMW
Motorrad Navigator II.
| Der
Zweizylinder-Boxermotor aus der R 1200 GS wurde durch eine spezielle
Applikation der Motorsteuerung in der Leistung geringfügig angehoben
und erreicht in Verbindung mit der Kraftstoffqualität Superplus (ROZ 98)
77 kW (105 PS). Das maximale Drehmoment bleibt unverändert, es
beträgt 115 Nm bei 5 500 min–1.
Ruckfreies Langsamfahren
ohne Kupplungsunterstützung ist nicht nur
wegen der prinzipbedingt hohen Laufkultur des Boxers und seiner weich
einsetzenden, aber üppigen Kraftentfaltung aus dem „Drehzahlkeller“
möglich. Auch das ausgeklügelte, momentenbasierte Motormanagement
der neuen Boxer-Generation (siehe Pressetext zur R 1200 GS unter
www.press.bmwgroup.com) mit der automatischen Leerlaufregelung trägt dazu bei.
Dadurch kann die HP2 ihre Vorzüge besonders in schwierigen Passagen oder bei tiefgründigen
Böden, auf denen spontane Motorkraft benötigt wird, voll ausspielen.
Mit Blick auf den
Haupteinsatzzweck im Gelände wurde beim Motor aus Gewichtsgründen auf die
Ausgleichswelle verzichtet.
Der Ansaugluftschnorchel
ist leicht modifiziert und trägt einen Abweiser zum Schutz vor direktem
Spritzwassereintritt. Für den Straßenbetrieb kann dieser Abweiser abgenommen
werden.
Der Abgaskrümmer wurde
unverändert übernommen; der Endschalldämpfer ist dagegen eine fast
2 Kilogramm leichtere Neukonstruktion.
Die Gewichtseinsparung wird bei ähnlichem Innenaufbau durch den Entfall des
Hüllrohrs und die kürzere Bauweise erreicht. Diese wird möglich,
weil für die HP2 keine Koffer vorgesehen sind. Um eine zu starke Erhitzung der
Koffer durch den heißen Abgasstrom zu vermeiden, ist sonst eine gewisse
Dämpferlänge in der Tat unerlässlich.
Beim Sechsgang-Getriebe
wurden die Lager der Zwischenwelle den
höheren Belastungen angepasst und verstärkt. Die Gangübersetzungsstufen und die
sonstige Konstruktion entsprechen denen der R 1200 GS.
Völlig neu ist die
Konstruktion der Paraleverschwinge (siehe Abschnitt Fahrwerk) und der
Kardanwelle, die einen Gummidämpfer mit anderer Härte aufweist und in der Länge
an das veränderte Schwingenmaß angepasst wurde. Die Sekundärübersetzung des
Kardanantriebes blieb mit 2,82:1 unverändert.
Der gesamte Antriebsstrang
ist mit einer hochwertigen, magnesiumfarbenen Pulverbeschichtung versehen.
|  |  | Motor:
Hubraum cm3 1170
Bohrung/Hub mm 101/73
Leistung KW/PS 77/105
bei Drehzahl min–1 7000
Drehmoment Nm 115
bei Drehzahl min–1 5500
Bauart Boxer Zylinderzahl 2
Verdichtung/Kraftstoff 11,0/Super Plus
Ventil/Gassteuerung
HC (high camshaft)
Ventile pro Zylinder 4
Ø Ein-/Auslass mm 36/31
Drosselklappendurchmesser mm 47
Gemischaufbereitung BMS-K
Lichtmaschine W 600
Batterie V/Ah 12/12 wartungsfrei
Scheinwerfer W H4
Starter kW 1,1
Kraftübertragung / Getriebe:
Kupplung Einscheiben-Trockenkupplung Ø 180 mm
Getriebe
klauengeschaltetes Sechsganggetriebe
Primärübersetzung 1,823
Übersetzung Gangstufen
I 2,277
II 1,583
III 1,259
IV 1,033
V 0,903
VI 0,805
Hinterradantrieb Kardanwelle
Übersetzung 2,82
Fahrwerk:
Rahmenbauart Stahl-Gitterrohrrahmenverbund
Triebwerk nicht mittragend
Radführung Vorderrad
Radführung Hinterrad
Federweg vorn/hinten mm 270/250
Nachlauf mm Normallage 127
Radstand mm Normallage 1610
Lenkkopfwinkel Normallage 60,5
Bremsen:
vorn EinscheibenbremseÆ 305mm
hinten Einscheibenbremse Ø 265 mm
Kein ABS
Räder:
Kreuzspeichenräder
vorn 1,85 x 21
hinten 2,5 x 17
Reifen:
vorn 90/90-21 M/C 54Q M+S TL,
MCE Karoo 2 (T)
hinten 140/80- 17 M/C 69Q M+S TL,
MCE Karoo (T)
Maße und Gewichte:
Gesamtlänge mm 2350
Gesamtbreite mit Spiegeln mm 880
Lenkerbreite ohne Spiegel mm 828
Sitzhöhe mm 920
Leergewicht, vollgetankt kg 196,5
Zul. Gesamtgewicht kg 380
Tankinhalt l 13
Fahrdaten Kraftstoffverbrauch:
90 km/h l/100 km 4,1
120 km/h l/100 km 5,5
Beschleunigung:
0–100 km/h s 3,2
0–1000 m s 22,3
Höchstgeschwindigkeit:
km/h 200
|  |  | 16.000,- € (zusätzlich 262,16 Euro für Fracht und Verpackung)
Modellspezifisches Sonderzubehör:
Stauraumprogramm:
Tankrucksack,
wasserdicht 230,00 € Hecktasche,
wassergeschützt 80,00 €
Motorschutz:
Notlauf
Kit 40,00€
Ergonomie und Komfort:
Lenkerschutz 40,00€ Soziusfußrastenanlage 200,00€ Reifenhalter 19,50€ Fahrersitzbank,
niedrig 250,00€
Elektrik:
BMW
Motorrad
Navigator 1580,00€ Halter
für BMW Motorrad Navigator 90,00€ Anschlusskabel
für
Navigator 69,00€ Navigatortasche
Function 55,00€ Weiße Blinkleuchten, Einbausatz
(2 x bestellen) 58,00€ Heizgriffe
und
Schalter 260,00€
Motorradunabhängiges Zubehör:
Bordwerkzeug-Ergänzungssatz 58,00€ Batterieladegerät 98,00€ Adapterleitung für Direktanschluss an
Batterie 19,00€ Erste-Hilfe-Set 18,00€ Erste-Hilfe-Set
klein 8,00€ Reifenreparatursatz für Schlauchlosreifen 22,50€ Stahlseilschloss 35,00€ Gepäckrolle 53 l
wasserdicht 106,00€ Zurrgurt
mit Spannschloss 6,00€ Gepäckspinne 5,00€
Pflegemittel und Betriebsstoffe:
Motorradreiniger
500 ml 7,00€ Reparaturanleitung auf CD-Rom Für
R 1200-Modelle 30,00€
| BMW hat endlich mal wieder eine richtig gute Hard Enduro auf den Markt gebracht. Technisch und Optisch einwandfrei. Nur der Preis von 16.000,- €euro hinterlässt kleinere Spuren im Bauch!
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